Home
Aktuelles
Programm
Ausbildung
Yoga für Reiter
Buch
Kontakt/Lage
Links
Symbole
Impressum

Aktuelles

4. 2. 2012:  
Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet nun: "Gerissenene Bänder, gereizte Nerven, überdehnte Gelenke: Yoga ist nicht nur sanfter Wohlfühlsport, sondern kann der Gesundheit auch schaden"
(Katrin Blawat in der SZ, 4.1.2012, S.22)
Ich muss sagen, ich finde es gut, dass diese Dinge endlich thematisiert werden. Darüber müssen wir uns Gedanken machen, wir müssen darüber sprechen, und vor allem: wir müssen uns überlegen, was eine seriöse Yoga-Lehrausbildung beinhalten sollte...
"Die Gefahr(...) ist besonders hoch, wenn schlecht ausgebildete Lehrer auf übereifrige Schüler treffen. Oder wenn das steigende Interesse am Yoga zu immer neuen Varianten führt, die nur noch wenig mit spiritueller Ertüchtigung und viel mit körperlichem Auspowern zu tun haben."  (SZ, s.o.) 
Chapeaux, auf den Punkt getroffen!!!
Es ist ein großer Irrtum, wenn Yoga als "Trendsport" gehandelt wird... 
 

22. 1. 2012
Kino-Film: "der amende Gott"
und New York Times Artikel: "how Yoga can wreck your body"
Aus aktuellem Anlass mein kleiner Beitrag zur Frage:
Ist Yoga gefährlich?
Ich übe seit 40 Jahren Yoga, und unterrichte seit 30.
Es ist ein ganz entscheidender Teil meines Lebens, ich kann mir nicht vorstellen, wie es wäre ohne das. Und ich bin glücklich darüber, dass Yoga heute eine so weite Verbreitung gefunden hat,  Standard ist in der Gesundheitsvorsorge, ja teilweise auch bereits therapeutisch angewendet wird.
Aber - wie das immer so ist mit den Trends - es gibt Auswüchse. Die Ausbildung von Yogalehrenden ist "Big Business", häufig viel zu kurz, zu einseitig, und leider lernen viele Leute dabei nicht, wie mit den alltäglichen  Problemen von steifen, zu viel sitzenden, gestressten und verspannten  Menschen umzugehen ist. Es genügt eben nicht, selber die Asanas zu beherrschen, und wunderbar vorführen zu können! Yogalehrende müssen in der Lage sein, sich einzufühlen in die Einschränkungen anderer, und die Übungen anzupassen an individuelle Bedürfnisse. Zeitgleich zu einem kritischen Artikel der New York Times (how Yoga can wreck your body) war ich im Kino, um einen Film über die Ursprünge des modernen Yoga zu sehen.
Beeindruckend, die Spurensuche, die historischen Aufnahmen, die Begegnungen mit den Kindern und Schülern des Meisters, sicherlich. Aber die Frage stellte sich, ob das, was da als Yoga  gezeigt wird, gesund ist? Hat die NY Times recht? Kann ich nicht genauso gut den Chinesischen Staatszirkus ansehen?
Was ist geschehen, dass in der NYT ein Yogalehrer, der seit 40 Jahren unterrichtet, nun sagt: die meisten Leute sollten besser kein Yoga üben??? Es gerät dabei völlig in Vergessenheit, dass es in Indien ganz normal war und ist, Yoga zu üben ohne ein einziges Asana, oder nur mit einem Minimalprogramm, damit der Körper bereit ist für die Meditation.
"the meaning of Yoga is konzentration, samadhi is deep konzentration, konzentration to the extend we can go". Gott sei Dank hat das in diesem Film auch jemand gesagt, obwohl es meiner Meinung nach zu kurz kam. Reichlich unreflektiert hat der Regisseur sich selbst in Hatha-Yoga-Unterrichtssituationen filmen lassen, sein  Anliegen war es dabei, zu zeigen, dass Yoga  für jedermann ist... aber  was ich sehe ist: er übt Irgendwas irgendwie und zeigt dabei einiges an Verletzungspotenzial. Natürlich spielt der Atem eine große Rolle (wie er betont), die Aufmerksamkeit, die Achtsamkeit, die Konzentration... aber es  sollte auch vor allem bedeuten: Respekt gegenüber der wunderbaren Physiologie des menschlichen Körpers, und einer grundlegenden Intelligenz im Umgang damit.
Der Artikel in der NYT ist erschienen, weil es bereits zu viele Schäden gibt, die durch falsches, ehrgeiziges, rücksichtsloses Üben entstanden sind.
Die Stile, die zurzeit en vogue sind, zeigen einen körperbetonten, kraftvollen, dynamischen Hatha Yoga. Insbesondere in den Großstädten existiert das Bedürfnis, nach dem Büroalltag ein gewisses "workout" zu betreiben. Und natürlich regelt die Nachfrage das Angebot. Ich sehe es jedoch mit großer Skepsis, wie hier mit Ehrgeiz der Körper geschunden wird. Viele Leute machen tolle Positionen, die sie überhaupt nicht können, ohne um Ziele und Inhalte zu wissen... ist es gut, wenn´s weh tut?
"Disziplin, Selbst-Studium und Hingabe an das Höchste, das ist der Yoga der Übung" - so heißt  es bei Patanjali. Die Disziplin ist da, zumindest auf der Matte. Das Selbststudium wird übergangen, dann sonst würde man gewiss mehr Respekt im Umgang mit sich selber entwickeln.
Und die Hingabe an das Höchste? Ja, was ist das Höchste denn überhaupt? Geht es uns doch hauptsächlich darum, jung, fit, dynamisch, und im Job erfolgreich zu sein?
Damit aber degradieren wir uns zu Lemmingen. Dicht an dicht  schwitzen alle auf der Matte, das ist der Trend, also muss das gut sein.
Glücklicherweise gibt es Gegenwind, in der NYT hat er sich gezeigt, aber das soll kein Grund sein, die ganze Sache nun hin zu werfen... sondern eine Aufforderung,  sich wach und kritisch zu fragen, worum es im Yoga denn eigentlich geht. Und sich  dieser Frage immer wieder, immer wieder aufs Neue zu stellen. Es ist eine Frage, die sich um den innersten Kern dreht, und die erkennen lässt, dass äußere Fähigkeiten vorübergehender Schall und Rauch sind.
Was bleibt? Darum geht es. Und letztendlich nur darum. Nicht um das, was ich kann, nicht um das, was ich weiß, nicht um das, wie ich aussehe, und erst recht nicht um das, was ich habe.
Das Höchste kann man sich nicht vorstellen, man kann es nicht mit dem  Intellekt fassen, es überschreitet jedes Gefühl - aber man kann sich bereit machen dafür, sich darauf ausrichten, sich ihm hingeben. Es ist möglich! Und das - meiner Meinung nach - ist Yoga.  

 

Seminare im Rahmen der Ausbildung, offen für Gäste als Vertiefung & Weiterbildung:

Daniel Orlansky: Meridian-Yoga, Sa 31. März, So. 1.April 2012
Unterrichtssprache Englisch, bei Bedarf Übersetzung...
Daniel Orlansky unterrichtet seit 17 Jahren Yoga. Er ist zertifizierter Lehrer für Meridian Yoga, Kali Ray TriYoga und Kundalini Yoga, außerdem Absolvent der Boston Shiatsu School. Er hat ein Masters Degree in Kunsttherapie/Tanztherapie der Lesley University, USA. Daniel unterrichtet seit Jahren in verschiedenen Yogalehrer-Ausbildungsprogrammen in den USA, wie auch in Europa.
Mehr Infos unter: www.yogaofenergyflow.com
Meridian Yoga: Opening the Energetic Pathways
Using gentle pressure, body weight, and skillful touch to open the nadi and meridian energy pathways, we will work with a partner to increase our range of motion and perfect our alignment in yoga asanas associated with the fourteen internal organs. A modern stretching method called resistance/PNF stretching will be taught, along with some Thai Yoga Bodywork. The goal is to remove barriers to the transforming and healing flow of prana in our body-mind. Feel free to attend alone, or with a friend.
Sa: 9.30-12.30, 14-18.30, So: 9-12, 13-16.00 Uhr, Gebühr 180.-€  

Dr. Dirk Glogau: Berufskunde für Yogalehrende, Sa./So. 22./23. September 2012
Dies ist das "Business-Seminar" in unserer Ausbildung, vielleicht auch interessant für Kollegen und Kolleginnen, die endlich mehr wissen wollen über Buchführung, Steuerfragen, Öffentlichkeitsarbeit u.v.A.m...
Dr. Dirk R. Glogau, Yogalehrer BDY/EYU und YVM
Studium der Fächer Biologie, Germanistik und Philosophie sowie der Pädagogik, Psychologie und Soziologie an den Universitäten Duisburg und Essen mit Abschluss 1. Staatprüfung für das Lehramt in der Sekundarstufe II. Wissenschaftliche Mitarbeit an der Universität GHS Essen im Bereich Germanistik. Interdisziplinäre Studien zum Konstruktivismus und Promotion zum Dr. phil. Unterrichtspraxis und fachjournalistische Tätigkeit. Langjährige Yogapraxis und Ausbildung zum Yogalehrer BDY/EYU sowie YVM in der Yogaausbildungsschule Yoga Vision München, jetzt Vision Yogamandiram München, und von den Krankenkassen anerkannter Präventionstherapeut. Studienaufenthalte im Yoga Raksanam in Chennai, Indien, bei D. V. Sridhar. Chefredakteur der
BDY-Mitgliederzeitschrift „Deutsches Yoga-Forum“
Sa: 9.30-12.30, 14-18.30, So: 9-12, 13-16.00 Uhr, Gebühr 180.-€ 

© Bilder und Text: Katja Kellner