Tulsi -„die Unvergleichliche“, manchmal auch Tulassi (oder, wie im
Logo der Yogaschule, mit einem Punkt unter dem l - dieser Aussprachehinweis
bedeutet ein „Stolpern“ über das l, also ein Mittelding zwischen
Tulsi und Tulassi)
... ist eine Basilikum-Art: ocimum sanctum. Im Ayurveda, der indischen
Naturheilkunde, bekannt als wichtige Heilpflanze:
- Tulsi stärkt das Immunsystem, um es vor dem ständigen Ansturm
von Keimen, Bakterien und Verschmutzung zu schützen.
- Tulsi fördert eine lange Lebensdauer (es verlangsamt den biologischen
Alterungsprozess) und verbessert die Gesundheit im allgemeinen
- Tulsi verfügt über bemerkenswerte Anti-Stress Aktivitäten, die
mentale und physikalische Spannungen vermindern
- Tulsi bietet signifikante natürliche Eigenschaften, die Bakterien,
Viren und Pilze abwehren - Tulsi vermindert einen gefährlichen hohen
Cholesterinspiegel und streßbedingten hohen Blutdruck
- Tulsi verbessert den Stoffwechsel und beseitigt Gifte im Blut
- Tulsi ist entzündungshemmend und verschafft einen bemerkenswerten
Schutz vor Giften
- Tulsi schützt die Herz- und Blutgefäße.
- Diese Pflanze gilt auch als Göttin, eine Inkarnation der Glücksgöttin
Lakshmi, dem Krishna geweiht.
>Nataraja<
- der tanzende Shiva, der große „Erneuerer“, Schutzgottheit
der Yogis. Eine sehr schöne Erläuterung zu seiner Symbolik findet
sich in Aldous Huxley´s Eiland:
„Seht genau hin... er tanzt in allen Welten zugleich.
In allen Welten. Und zuallererst in der Welt der Materie. Seht ihr
den großen runden Lichtschein, umsäumt von den Symbolen des Feuers,
innerhalb dessen der Gott tanzt? Das bedeutet die Natur, die Welt
von Masse und Energie. Innerhalb ihrer tanzt Shiva-Nataraja den
Tanz des nie endenden Werdens und Vergehens. Es ist sein lila, sein
kosmisches Spiel. ... In der oberen seines rechten Händepaars hält
er die Trommel, die uns aus dem Nicht-Sein herausruft...Aber schaut
jetzt die obere seiner linken Hände an. Sie schwingt das Feuer,
durch das alles Erschaffene fortan vernichtet wird. Er tanzt in
diese Richtung - welche Glückseligkeit! Tanzt in jene - und ach,
der Schmerz, die Furcht, die Verzweiflung! Dann ein Hopsen in völlige
Gesundheit. Ein Hüpfen in Krebs und Altersschwäche. Mit einem Satz
aus der Fülle des Lebens ins Nichts, und aus dem Nichts wieder zurück
ins Leben...Schaut genau hin. Ihr habt bereits gesehen, daß er in
seiner oberen Rechten die Trommel trägt, mit der er die Welt ins
Dasein ruft, und in seiner oberen Linken trägt er das zerstörende
Feuer. Leben und Tod, Ordnung und Verfall, völlig unvoreingenommen.
Aber schaut jetzt auf das andere Paar von Shivas Händen. Die untere
Rechte ist erhoben und die Handfläche nach außen gewendet. Was bedeutet
diese Gebärde? Sie bedeutet: „Fürchtet Euch nicht; es ist gut so.“
...Schaut jetzt auf seine untere linke Hand. Mit ihr weist er auf
seine Füße. Und was tun seine Füße? Schaut genau hin, und ihr werdet
sehen, daß er seinen rechten Fuß - platsch! - auf ein greuliches
kleines untermenschliches Geschöpf Geschöpf gesetzt hat - den Dämon
Muyalaka. Muyalaka ist ein Zwerg, aber ungeheuer mächtig in seiner
Bösartigkeit, die Verkörperung der Unwissenheit, die Offenbarung
besitzgieriger Selbstsucht. Zertreten wir ihn, brechen wir ihm das
Rückrat! Und genau das tut Nataraja. Mit seinem rechten Fuß zertritt
er das kleine Ungeheuer. Aber gebt acht, es ist nicht der rechte,
nicht der Fuß, der zertritt, auf den er mit dem Finger weist; er
weist auf seinen linken, den Fuß, den er im Tanz sogleich vom Boden
heben wird. Und warum weist er auf ihn? Warum? Dieser erhobene Fuß,
diese tänzerische Herausforderung an die Anziehungskraft der Erde
- es ist das Symbol der Erlösung, des moksha, der Befreiung. Nataraja
tanzt in allen Welten zugleich - in der Welt der Physik und Chemie,
in der Welt alltäglicher, allzu menschlicher Erfahrung und endlich
in der Welt des So-Seins, des GEISTES, des HELLEN LICHTS.“
Aus: Aldous Huxley, Eiland, Piper 1984, S. 203 f